Aufzeichnen ist kein Schützen
In den meisten Betrieben ist die Kameraanlage ein Aufzeichnungssystem. Man schaut hinterher nach, wenn etwas passiert ist. Das Material nach einem Diebstahl anzusehen bringt die Ware nicht zurück. Sie müssen es wissen, während es passiert.
Die klassische Antwort sind Bewegungsmelder und bewegungsgesteuerte Kameraalarme. In der Praxis werden die binnen Wochen abgeschaltet:
- Äste im Wind, Regen, Nebel und wandernde Schatten lösen Alarm aus.
- Katzen, Hunde, Vögel und Insekten halten das System die ganze Nacht in Gang.
- Scheinwerfer, ziehende Wolken und automatisches Licht lösen es aus.
Das Ergebnis ist ein Sicherheitsteam, das über Nacht 40 Meldungen bekommt und am nächsten Morgen alles stummschaltet. Ein stummer Alarm ist so gut wie kein Alarm.
Der Unterschied: Personen statt Bewegung
CamGuard AI betrachtet, was im Bild ist. Das Modell entscheidet, ob das Objekt im Bild eine Person ist. Dieser eine Unterschied senkt Fehlalarme drastisch. Ein schwankender Ast ist keine Person. Eine Katze ist keine Person. Ein Schatten ist keine Person.
Fahrzeugerkennung funktioniert genauso, als eigene Regel. Ein Fahrzeug, das nach Feierabend auf das Gelände fährt, kann Alarm auslösen, während geparkte Fahrzeuge als stehend eingestuft werden und nicht ständig Alarm geben.
Zonen- und Zeitregeln
Die zweite Säule ist, wie Sie Regeln festlegen. Im Portal machen Sie je Kamera Folgendes:
- Die überwachte Zone einzeichnen. Überwachen Sie nur den Zaunverlauf, den Eingang oder den Lagerplatz und lassen Sie die Nachbarstraße außen vor.
- Zeitfenster festlegen. Eine Person während der Schicht ist normal und löst nichts aus. Dasselbe Bild nach Feierabend schon.
- Je Zone eigene Regeln vergeben. Eine Laderampe kann werktags von 8 bis 18 Uhr offen und samstags ganz gesperrt sein.
So folgt das System dem tatsächlichen Arbeitsrhythmus Ihres Betriebs, und normale Tätigkeit löst nie einen Alarm aus.
Ein echtes Beispiel: Ein Lager überwacht Haupteingang, Laderampe und den hinteren Zaunverlauf. Werktags von 7 bis 19 Uhr ist nur der Zaun aktiv, denn an der Rampe sind Menschen erwartet. Ab 19 Uhr gehen alle drei Zonen scharf. Um 2:14 Uhr wird eine Person am Zaun erkannt: Das Gerät vor Ort gibt Sirenenton, der Sicherheitsleiter erhält einen automatischen Anruf, und eine E-Mail mit Bild trifft ein.
Weitere Schichten gegen Fehlalarme
Trennung stehender Objekte
Personenähnliche Objekte, die still stehen, etwa eine Schaufensterpuppe, ein Plakat, eine Warnweste am Haken oder ein fester Schatten, lösen nicht wiederholt Alarm aus. Das System trennt Erkennungen ab, die sich nie bewegen.
Scheinwerferblendung und Fahrzeugüberlappung
Blendung durch Scheinwerfer bei Nacht und Erkennungen, die ein Fahrzeug überlappen, werden getrennt bewertet, sodass Fahrzeugbewegung nicht als eintretende Person gelesen wird.
Prüfung in zweiter Stufe
Bei kritischen Ereignissen durchläuft die Erkennung eine zweite visuelle Prüfung, bevor sie zum Alarm wird, sodass unklare Bilder keine unnötigen Meldungen erzeugen.
Was passiert, wenn ein Alarm ausgelöst wird
- Alarmgerät vor Ort gibt Sirenenton, lässt das Einbruchssymbol rot blinken und zeigt den Ort.
- Automatischer Anruf an Ihre Kontakte.
- SMS und E-Mail, in der E-Mail ein Bild des Moments.
- Push-Nachricht an Portalnutzer.
- Ereignisvideo und Beweisbild werden archiviert.
Ihr Personal hört den Alarm nicht nur, es sieht ihn und kann in Sekunden entscheiden, ob wirklich eingegriffen werden muss.
Wo es am meisten hilft
- Lager und Logistikzentren, große Flächen, die nachts leer stehen
- Baustellen, wo Material-, Kabel- und Kraftstoffdiebstahl häufig ist
- Industriebetriebe, Ziel von Schrott-, Metall- und Gerätediebstahl
- Parkplätze und Parkhäuser, für Fahrzeug- und Fahrzeuginnendiebstahl
- Höfe und Agrarbetriebe, abgelegene Standorte mit langen Zäunen
- Objektverwaltung, für Geländesicherung und Zutrittskontrolle
Die vollständige Liste finden Sie auf der Anwendungsseite.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet es sich von einem Bewegungsmelder?
Ein Bewegungsmelder wertet jede Bewegung als Alarm, auch Äste, Katzen, Regen, Schatten und Insekten. CamGuard AI prüft, ob wirklich eine Person im Bild ist, und beseitigt so die leeren Alarme, die die ganze Nacht klingeln.
Lösen tagsüber arbeitende Mitarbeiter Alarme aus?
Nein. Sie legen die Überwachungszeiten je Kamera und je Zone fest. Personenerkennung während der Schicht löst nichts aus. Alarme gibt es nur außerhalb dieser Zeiten oder in Sperrzonen.
Erkennt es Personen im Dunkeln?
Ja. Die Infrarot-Nachtsicht Ihrer Kamera genügt. Das System führt die Personenerkennung auf Schwarz-Weiß-Nachtbildern mit nachtspezifischen Filtern durch.
Erkennt es auch Fahrzeuge?
Ja. Fahrzeugerkennung läuft als eigene Regel neben der Personenerkennung. Ein Fahrzeug, das nach Feierabend auf das Gelände fährt, kann Alarm auslösen, während geparkte Fahrzeuge abgetrennt werden und nicht wiederholt Alarm geben.